In der Presse und in der Werbung wird oft über das Thema Nahrungsergänzung geschrieben. Meist mit dem Tenor, Substanz xy (sei es nun ein Vitamin, Mineralstoff oder sonstiges) wirke bei dieser und jener Krankheit, verhindere vorzeitige Alterung, mache schön und glücklich, oder was auch immer.
Und immer wieder werden nach dem Motto "die Hoffnung stirbt zuletzt" neue Käufer für die Produkte gefunden. Viele stellen dann nach einiger Zeit fest, dass es (bei ihnen?) leider doch nichts bewirkt. Andererseits gibt es doch immer wieder einige Menschen, die bei sich von "spektakulären" Erfolgen zu berichten wissen. Nehmen wir einmal an, dies wäre glaubwürdig worauf könnte man das zurückführen?
Placebowirkung oder genau den richtigen Stoff erwischt?
Am letzten Punkt setzten Laboruntersuchungen an, die funktionale Parameter berücksichtigen.
Ein einfaches Beispiel dazu: Beim Stoffwechsel im lebenden Organismus werden verschiedene Substanzen über Zwischenprodukte hergestellt. Zur Synthese sind verschiedene Zwischenschritte, die jeweils ein bestimmtes Zwischenprodukt liefern erforderlich. Steigt nun die Konzentation eines Zwischenproduktes an, und man kennt bestimmte Faktoren, die für den nächsten Syntheseschritt notwendig sind, so ist die Überlegung, dass die Bestimmung der Konzentration dieses Zwischenprodukts Hinweise auf Mängel für einen Faktor für den nächsten Schritt darstellen könnte.
Konkret bedeuten würde dies z. B., dass ein Mangel an Vitamin B12 über eine erhöhte Konzentration an Methylmalonsäure feststellbar wäre.
Der eine oder andere wird jetzt einwenden, dass man doch einfacher das Vitamin B12 direkt bestimmen könnte. Aber dann muss man als Referenz einen Durchschnittswert nehmen, von welchem man ausgehend den jeweiligen individuellen B12 Spiegel einschätzt. Das kann, muss aber nicht für den jeweils betrachteten Fall zutreffen.
Leider ist es so, dass die Bestimmung der funktionalen Parameter nur für einen kleinen Bereich verfügbar und auch nicht umsonst zu haben ist.
Qualität der Nahrungsergänzung
Neben der zugeführten Menge ist auch die Qualität der Präparate zu beachten. Dabei sind vielerlei Kriterien zu beachten.
U. a. sind dies
- enthaltene Farb- und Füllstoffe
- Wie ist die Bioverfügbarkeit der angebotenen Verbindung?
- Verunreinigungen
- Galenik
Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Dinge an die jeweils zu denken wäre. Beispielsweise wann ist der richtige Zeitpunkt zur Einnahme, ist eine Kombination mit anderen Stoffen, besonderen Nahrungsmittel sinnvoll, oder eher kontrainduziert.
Noch eine Anmerkung zur Menge der Wirksubstanz. Immer wieder stößt man auf Präparate, die nur eine sehr geringe Menge an Wirksubstanz enthalten - verglichen mit den in Studien gefundenen Werten für eine bestimmte Wirkung. Auch die für einen gesunden Durchschnittsmenschen empfohlenen Werte (die überigens auch teilweise als zu gering angesehen werden) werden dabei weit unterschritten. Natürlich wird auch noch Wirksubstanz über die Nahrung aufgenommen. Ob das dann für den jeweiligen Einzelfall die richtige Gesamtmenge ist, ist dann jeweils die Frage.
Aus meiner Sicht ist jedenfalls Vorsicht mit Nahrungsergänzung angebracht, die in Ihren bunten Werbeprospekten nicht einmal den Wirkstoffgehalt angibt.
Das Beste wäre selbstverständlich den Bedarf durch gesunde, frische und ausgewogene Ernährung zu decken. Dies ist jedoch aus verschiedenen Gründen nicht immer möglich. Sei es das ein erhöhter Bedarf besteht, oder aber der Gehalt der Pflanzen an bestimmten Spurenenlementen durch die moderne Landwirtschaft abgenommen hat.
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