Immer wieder liest man in den einschlägigen Blättern und Internetseiten über Selbstmedikation mit Johanniskraut bei (leichten) Depressionen. Meist sind die Artikel in der Form aufgebaut, man könne es ja erst mal selbst mit Pflanzenheilkunde versuchen und wenn das nicht klappt eben zum Arzt und was "ordentliches" verschreiben lassen. Manchmal mag das ja durchaus helfen. Und vielleicht ist es ja auch besser als zu einem Kassenarzt zu gehen, der ohnehin keine Zeit zum Zuhören findet.
Sinnvoller wäre es allerdings sich z. B. in einer Naturheilkundepraxis beraten zu lassen.
Auf körperlicher Seite gibt es eine Reihe von Möglichkeiten warum es beispielsweise Probleme mit dem Serotoninstoffwechsel geben könnte. Insbesondere geht es dabei um verschiedene Faktoren die auf dem Stoffwechselweg von L-Tryptophan (eine Aminosäure) zum Serotonin Einfluß nehmen.
Ein Wirkstoff im Johanniskraut bewirkt beispielsweise eine cerebrale Wiederaufnahmehemmung von Serotonin. Mit einem erhöhten Serotoninspiegel wird auch eine Besserung von Depressionen verbunden. Ob ein niedriger Serotoninspiegel aber immer auch für eine Depression verantwortlich zu machen ist, ist nicht abschließend geklärt.
Viel wichtiger finde ich es allerdings eine Depression nicht ausschließlich als einen "Serotoninmangel" zu betrachten, sondern eventuelle Bedürfnisse der seelische Seite zu prüfen. Schließlich handelt es sich bei dem oft für die Depression verantwortlich gemachten Mangel an Serotonin um einen Neurotransmitter also eine "Art" Botenstoff. Der Mangel liefert also u. U. die Botschaft, dass auf seelischer Ebene etwas nicht in Ordnung ist und etwas getan werden sollte.
Also wie aus meiner Sicht immer in der Naturheilkunde (von wenigen Ausnahmen wie z. B. Notfällen abgesehen) nicht das Symptom, sprich das Signal unterdrücken, sondern die vom Symptom gemeldeten Probleme soweit möglich angehen und bearbeiten damit das Symptom wieder verschwindet.
| < Zurück | Weiter > |
|---|




